Welche Chancen bietet SAP für das Dokumentenmanagement? Schlussfolgerungen (1999*)


Von Peter Toebak

 

Der Workshop "SAP in der Informationsvermittlung" war 14. April 1999 Unterteil der KWID-Tagung in Basel. Eine kleine, motivierte Gruppe von 7 Personen und 2 Moderatoren (Michel Piguet und Peter Toebak) wohnte ihm bei. Die Erwartungen waren ganz unterschiedlich:

Die folgenden Themen wurden vertiefter behandelt als im Vortrag möglich war[1]:

Alle Teilnehmer nannten am Schluss des Workshops Stichwörter, die als "Stärke", "Schwäche", "Potenz" oder "Schwelle" mit Bezug auf SAP R/3 und DM eingestuft werden konnten:

Die Schlussfolgerung war:

SAP deckt die meisten funktionale Anforderungen eines DMS genügend ab, oder ermöglicht eine effiziente externe Lösung (Archivablage). Weil das System aber grundsätzlich betriebswirtschaftlich ausgerichtet ist, sind ein gewisser Aufwand und eine bestimmte Kreativität bei den Anpassungen immer erforderlich. Das System ist nicht für die Schriftgutverwaltung gemacht, es wird in diesem Zusammenhang darum wahrscheinlich auch nie sehr benutzerfreundlich wirken. Doch können in einer konkreten Situation organisatorische und/oder finanzielle Überlegungen zur Anwendung von SAP für das Dokumentenmanagement und die Archivierung leiten.

SAP wird sich zudem sicher weiter entwickeln und auch den stark wachsenden DMS-Markt erobern wollen. Weil Strukturierung im SAP-Konzept so wichtig ist, könnte dies für das DM auch durchaus vorteilhaft sein. Ob das System dabei seine betriebswirtschaftliche Herkunft etwas lockern kann, bleibt die Frage.


[*] Siehe auch "SAP in der Informationsvermittlung", Arbido, 14 (1999), Nr. 6, 10-11.

[1] Vortrag von Peter Toebak am 14. April 1999 (KWID-Tagung in Basel), publiziert unter dem Titel: "Welche Chancen bietet SAP für das Dokumentenmanagement?", in: Josef Herget, Stephan Holländer und Werner Schwuchow (Hrsgr.), Informationsmanagement. Chancen ergreifen (Konstanz, 1999), 133-141 (Schriften zur Informationswissenschaft, 35) (zusammen mit Michel Piguet).