Die Open-Access-Initiativen zielen auf weltweiten freien Zugang und langfristige Sicherung der elektronischen wissenschaftlichen Veröffentlichungen ab. Sie sind teilweise auch für die Aufbewahrungsstrategien im Archivwesen beispielhaft. Es handelt sich um die sogenannte "Goldene Strategie" (Aufkommen unkommerzieller Geschäftsmodelle im Publikationsbereich) und die "Grüne Strategie" (Aufbewahrung alternativ erschienener Werke), wobei auch die Partizipation des traditionellen Verlagsbereichs nicht grundsätzlich ausgeschlossen wird.
Der Austausch von Dokumenten und Informationen - horizontal im Fachbereich und vertikal in der Zeit - setzt technische Interoperabilität und Kompatibilität der lokalen Server, logische Übereinstimmung der beschreibenden Metadatenschemen und stringente Erfassung mittels z.B. Workflows voraus. Die Open-Source-Software passt genauso in diesem Kontext, wie die Zertifizierungsmethoden, damit die Entwicklungen weiter vorankommen und eine feste Grundlage erhalten. "Die zertifizierten Server werden Bindeglieder einer Kette von Contentprovidern sein, die entsprechend dem Open-Archive-Initiative-Modell [OAI-PMH] durch standardisierte Metadatenbereitstellung spezialisierten Serviceprovidern die Aggregation von fachlich relevanten Publikationen ermöglichen" (236).
Die Deutsche Initiative für Netzinformation (DINI) fördert die standardisierte Weiterentwicklung der Infrastruktur lokaler Dokumenten- und Publikationsserver und beobachtet im Zertifizierungsverfahren auch die Prozesse, Strukturen und Mitarbeiter. Die Hauptbereiche einer Untersuchung betreffen Elemente, die gleichfalls für vergleichbares Vorgehen im Bereich Records Management und Archivierung Gewicht haben. Zertifizierungsverfahren haben methodisch Vieles gemeinsam, obwohl die Inhalte unterschiedlich sind:
Der Artikel erklärt den konkreten Zertifizierungsvorgang, wobei die Selbstevaluierung mittels eines Fragebogens und die Beurteilung durch zwei Gutachter aus technischer und bibliothekarischer Sicht die Basis bilden. Fürs Erste werden nur Mindestanforderungen geltend gemacht. Die Philosophie des Qualitätsmanagement kommt dabei zum Tragen. "Das Zertifikat und der Vergabeprozess dient der gemeinsamen Entwicklung der Systeme, d.h. der Beratungs- und Coaching-Gedanke steht im Vordergrund" (238). Bisher hat sich das Genügen des Kriteriums der "Persistenten Identifiern" (DOI, Digital Object Identifier; URN, Uniform Resource Name) als das schwierigste erwiesen.