Records- und Datenmanagement


Marc Schaffroth: Informationsqualität als Konzept der Geschäftsverwaltung

Arbido, 18 (2003), Nr. 3 (März), S. 24 - 26

Rezensent Peter Toebak

Der Autor rechnet implizit ein Bisschen mit dem E-Government und Content Management ab, wie diese heute noch immer häufig verstanden werden. Er bestätigt sehr wohl ihr Gewicht für die Informationsgesellschaft, weist aber gleichzeitig darauf, dass es ohne Qualität und Kompetenz bei der Informationserstellung und -bewirtschaftung nicht funktioniert. Es geht, so ist auch meine feste Überzeugung, tatsächlich darum, den Bürgern und Partnern mehr als eine ansprechende Verwaltungs- oder Amtstellen-Website vorzuführen.

"Die Qualitätsfrage muss (...) bei der Entstehung von Information ansetzen", nicht (einseitig) bei der Präsentation oder Verteilung. Im E-Government-Umfeld sind Geschäftsunterlagen (Records) das Fundament. Records "übernehmen in den Geschäftsprozessen gleichzeitig Prozessführungs-, Beleg- und Innovationsfunktionen" (24), dies heisst, sie unterstützen das Back-Office der Verwaltung, als Basis für das Front-Office am Schalter oder im Internet. Records Management ist eine wesentliche Aufgabe für jede Organisation, hält Schaffroth zu Recht fest, damit überhaupt Prozessbeherrschung, Nachvollziehbarkeit / Transparenz, Innovationsbereitschaft und Wirtschaftlichkeit möglich werden.

Er betont vier Qualitätskriterien von Geschäftsinformationen und stützt sich dabei auf dem ISO Standard 15 489 für Records Management: Zuverlässigkeit, Authentizität, Integrität, Verfügbarkeit / Benutzbarkeit. Diese Kriterien können nur erfüllt werden, wenn die folgenden drei gegenseitig abhängigen Regelkreise in sich stimmen: Information erstellen, Information bewirtschaften und Information nutzen.