Im Rahmen eines DFG-Projekts hat die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen 370 Bände von insgesamt 155 gedruckten Werken und Zeitschriften, 170 gedruckte Karten und 37 Handschriften digitalisiert (137.000 bitonale Images, 2.000 Grayscale-Images und 550 Color-Images). Baron Georg Thomas von Asch (1729-1807) war Student an der Uni Göttingen und arbeitete lange Zeit auf hohem Posten in Russland.
Die Library of Congress in Washington DC erhält auf CD-R die Kopien aller Master-Dateien, welche in die virtuelle amerikanisch-russische audiovisuelle Kollektion "Meeting of Frontiers" aufgenommen werden. Das LOC-Projekt macht einen Teil vom umfangreicheren amerikanischen Programm "American Memory" aus, das eine nationale digitale Bibliothek in den Vereinigten Staaten zum Ziel hat. Das deutsche Material, das aus dem 18. und früh 19. Jahrhundert stammt, wird den Benutzern frei zugänglich auf dem Internet angeboten, mit Annotationen, Sekundärliteratur, Begleittexten, bibliographischen Metadaten und Angaben der inhaltlichen Struktur der Werke wie Bände, Kapitel, Tabellen und Abbildungen.
Es ist klar, dass für die LOC die Komprimierung ihrer riesigen Datenmengen eine grössere Herausforderung darstellt als für die SUB. Gedruckte und handschriftliche Werke werden an der LOC mit 300 dpi eingescannt. Textseiten werden bitonal, schwarz-weiss Bilder als 8 bit Grayscale-Images und Farbseiten als 24 bit Color-Images im TIFF-Format aufbewahrt. Ein spezielles Software-Programm läuft zur Komprimierung, während Untersuchungen im Gang sind, statt des TIFF-Formats das Format JPEG 2000 als Standard einzusetzen. Geringe Informationsverluste werden dabei allenfalls in Kauf genommen.
Die SUB Göttingen arbeitet mit höheren Werten: bitonale Textseiten 600 dpi, verlustfrei komprimiert (ITU Group 4); schwarz-weiss Bilder 300 oder 600 dpi, abhängig von der Grösse des Originals, im 8 bit Grayscale-Modus und unkomprimierten TIFF-Format; Farbseiten 300 dpi als 24 bit Color-Images; Karten zwischen 300 und 600 dpi, je nach Grösse des Originals, und eine Farbtiefe von 36 bit.
Beide Institute setzen ausgeklügelte technische Verfahren zur schnelleren Datenübertragung und akzeptablen Darstellung der Bilder per Browser ein. Die LOC bedient sich von einem speziellen Dateiformat (MrSID), das vom Benutzer in ein hochauflösendes TIFF-Format dekomprimiert werden kann, und die SUB Göttingen von einer Kombination (GIF-, JPEG- und PDF-Format). In beiden Projekten werden wissenschaftliche Fachleute und interessierte Laien als das Zielpublikum betrachtet.