Der Artikel basiert auf der Methodik von Matthias Buchholz, mittels einer "tatsächlichen Zufallsauswahl nach Zufallszahlen" eine repräsentative Stichprobe auf Basis einer nachvollziehbaren Grundgesamtheit zu bestimmen. Es geht nicht um die Auswertung eines Bestands oder die gezielte Überlieferungsbildung, die Selektion wurde zur Grundlage einer akkurateren Offertestellung und Offertebeurteilung im Rahmen eines Bestandserhaltungsvorhabens gemacht. Qualität und Quantität der Materialien, Bindtechniken, Beschriftung und Schäden konnten per Bindeeinheit statistisch so ziemlich genau ermittelt werden. Präzise Formel und Berechnung des Verfahrens bleiben leider allzu implizit, nur die Definition der Grundgesamtheit (305 Laufmeter oder 12.324 Bindeeinheiten) wird ausführlich dargestellt. Natürlich geht Matthias Buchholz in seiner Dissertation in extenso darauf ein.
Die Ergebnisse der Stichprobe mit einer Population von 380 Bindeeinheiten sind interessant, auch wenn sie wegen des Zwecks nicht periodisiert wurden. Die Grundgesamtheit bezieht sich auf eine lange Zeitspanne vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Für die Offertesteller war die Analyse manchmal zu grob, weil die Quantität und Qualität innerhalb der Bindeeinheiten nicht dokumentiert wurde. "Es konnte lediglich näherungsweise ermittelt werden, in wieviel 'Bindeeinheiten' sich derartige Materialien oder Schadensbilder befinden, nicht aber in welcher Menge" (309). Sie durften dafür zusätzlich eine qualitative Auswahl treffen und besichtigen. Der Artikel zeigt, dass statistische Verfahren multifunktionell einsetzbar sind, was für die operative Behandlung (Restaurierung, Massenneutralisierung) nur relatives Gewicht haben kann.