Im Artikel wird ein Projekt der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar behandelt, wobei in 1. Instanz Farbdigitalisate von Druckwerken und Handschriften erstellt und in 2. Instanz in analoge Sicherheitsfilme umgesetzt werden. Die mittels Farblaser ausbelichteten Mikrofilme erreichen eine hohe Qualität, digitale Arbeitskopien kommen vorhanden und eine Redigitalisierung des Filmmaterials kann später auf Wunsch problemlos erfolgen.
Die Aufnahmen mittels eines Repro-Kamerasystems erfordern eine Nachbearbeitung für den Erhalt der Farbtreue. Das System ist schonend qua Intensität und Dauer der Lichtbelastung im UV- und IR-Bereich. Die Aufnahmen enthalten eine 16 Bit Farbtiefe und liegen in Rohformat und in RGB-TIFF-Format (Rot-Grün-Blau) vor, was pro Seite je etwa 145 MB beansprucht. Die Arbeitskopien in JPEG-Format sind in einem DMS abgelegt, wo sie bibliothekarisch weiter erschlossen werden können.
Der Anlass des Artikels ist ein Kolloquium vom 12. November 2003. Die Langzeitspeicherung von Bilddaten mittels Mikrofilme und Mikrofichen bleibt vorerst die beste Methode, wenn es um die dauerhafte Kultursicherung geht. Die qualitativ hochwertigen Farbdigitalisate sind im Arbeitsalltag einfacher einzusetzen und machen durch Analyse und Interpretation feinster Farbnuancen ganz neue wissenschaftliche Erkenntnisse möglich (z.B. über Bedeutung und Herkunft von Korrekturen oder Ergänzungen in einem Haupttext).
Die kombinierte Methode darf erstaunen. Sie ist aber erfolgsversprechend. Das Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik setzt für die Langzeitspeicherung zum Beispiel vorerst auch noch auf den revisionssicheren und analogen Farbmikrofilm.