Im Beitrag wird der massenhafter Zerfall von Archiv- und Bibliotheksgut, bestehend aus säurehaltigem und/oder holzschliffhaltigem Papier, noch immer als "die zentrale Herausforderung" (219) des Archiv- und Bibliothekswesens bewertet. Mittlerweile ist die Technik der Massenentsäuerung ausgereift und kommerziell anwendbar. "In einer 8-Stunden-Schicht können (...) auch beim Einzelblattverfahren über 20.000 Blatt entsäuert werden" (219).
Doch bleiben die Kosten hoch und sind die Ressourcen beschränkt. Ein systematisches, planmässiges Vorgehen ist darum unerlässlich, nicht nur logisch-inhaltlich und finanziell, sondern auch organisatorisch. Der logistische Aufwand ist beispielsweise nicht zu unterschätzen, sobald jährlich grössere Mengen behandelt werden.
Die Kombination von Entsäuerung und Mikroverfilmung bleibt attraktiv (vermehrt auch in dieser Reihenfolge), während die Normen DIN ISO 9706 und 11798 für qualitativ hochwertige Schriftträger und Schreibstoffe neue Rückstände in den öffentlichen Verwaltungen vermeiden können. Auftreten von Mängeln und Nebenwirkungen kommt zwar immer weniger vor, ist aber auch heute noch "systemimmanent" bei einem Massenverfahren (221). Qualitätssicherung und Leistungsbeschreibung (Dokumentation des Verfahrens und der Ergebnisse per Akte) sind deshalb erforderlich. Sie werden detailliert angesprochen, inklusive Formulierungsvorschläge für konkrete Auftragsvergaben an kommerzielle Entsäuerungsanlagen.
Die Empfehlungen sind auch im Internet unter http://www.lad-bw.de abrufbar.