Der Autor behandelt alle Aspekte im Zusammenhang mit dem Alterungsproblem des Papiers. Die Komponenten zur Alterung können endogen und exogen sein. 15% der deutschen Bibliotheksbestände waren 1989 stark gefährdet, bei den Archivbeständen geht es um etwa 20%. Für Archivare und Bibliothekare sind es insbesondere die Festigkeitseigenschaften (Dauerbiegezahl, Zugfestigkeit bzw. Reisslänge, Durchreissfestigkeit) und weniger die optischen Eigenschaften (Weissgrad, Helligkeit, Farbe), die problematisch sind.
Die beiden relevanten Normen, ursprünglich aus den 1980er Jahren, werden ebenfalls vorgestellt: die Rezeptfestlegung oder Norm der Zusammensetzung des Papiers nach ISO 9706 und die Eigenschaftsfestlegung bezüglich erwarteter Lebensdauer bei beschleunigter Alterung nach DIN 6738. "Dabei zeigte sich, dass Papiere, die mit der ISO 9706 konform sind, in der Regel die höchste Lebensdauerklasse LDK 24-85 nach DIN 6738 erreichen. Doch auch andere Papiere, die aufgrund ihrer Rohstoffzusammensetzung die Anforderungen der ISO 9706 [nur holzfrei] nicht erfüllen, können die höchste Lebensdauerklasse erreichen" (103).
Der Autor hält fest, dass die heutige marktübliche Papierherstellung mittlerweile so gut ist, dass es nicht mehr ausmacht, ob das Papier holzhaltig (Holzschliff, mechanisch zerlegtes Holz als Baustoff) oder holzfrei (Zellstoff, chemisch zerlegtes Holz als Baustoff) ist. Die Alterungsbeständigkeit ist bezüglich Festigkeit oder mechanische Stabilität gleich, falls die anderen Faktoren stimmen (Abkehr von sauerer Leimung, Einbau von Kreide als alkalischer Puffer, Klimatisierung der Lagerung). Nur wird die Vergilbung beim holzhaltigen Papier wegen des Lignins eher stattfinden.
Anna Haberditzl reagiert abweisend: "Woran erkenne ich alterungsbeständiges Papier? Eine Replik", in: Der Archivar. Mitteilungsblatt für deutsches Archivwesen, 58 (2005), Heft 4 (November), S. 327-328. Für sie bleiben vier Hauptkriterien wesentlich: "neutraler bzw. leicht alkalischer pH-Wert, Mindestwert an alkalischer Reserve, Höchstwert an oxidierbaren Substanzen wie z.B. Lignin, Mindestfestigkeit" (327). "Papiere mit einem hohen Holzschliffgehalt sind (..) auch nach neuesten Forschungserkenntnissen nicht alterungsbeständig" (328).
Beide Autoren übersehen, dass die Haltbarkeit der Papierunterlagen im zunehmend stärker werdende E-Umfeld der Unterlagen-Records letztendlich eine akademische Frage zu drohen wird.