Vermittlung und Benutzung


Christoph Flüeler und Rafael Schwemmer: Codices Electronici Sangallenses (CESG). Die Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen werden in einer virtuellen Bibliothek erschlossen

Arbido, 20 (2005), Nr. 10 (Oktober), S. 22 - 25

Rezensent Peter Toebak

Die Autoren erklären in einem aufschlussreichen Aufsatz, wie sehr die Digitalisierung der Erhaltung und Vermittlung von Kulturgut zu Gute kommen kann. Sie schliessen eine zusätzliche Mikroverfilmung aus Archivzwecken zwar nicht aus, setzen dennoch voll auf die neue Technik, inklusive redundanter und kontrollierter Datenhaltung. Als Musterprojekt galt das Kölner Digitalisierungsprojekt der "Codices Electronici Ecclesiae Coloniensis" (hier auch besprochen, siehe unter Torsten Schassan), das sie, wo erforderlich, weiterentwickelten. Die Illustrationen machen besonders deutlich, wie sehr (farbige) Digitalisate (schwarzweisse) Mikrofilmaufnahmen übertreffen.

Folgende technische und logische Daten können dem Artikel entnommen werden, welche alle zum "state of the art" gehören:

Das Projekt umfasst 130 "ausgewählte, illuminierte Handschriften" (22). Es hat viel Erfolg und berücksichtigt auch konservatorische Aspekte: spezielle Buchwippe, Saugarm mit sanftem Unterdruck anstelle einer Glasplatte, kurze und geringe Lichtbelastung (UV-Filter), minimales Drehen der Objekte, Benutzungsschonung. Eine hohe Aufnahmequalität (verzerrungsfrei, praktisch ohne Wölbung) ist möglich, so dass "die Belastung der Handschrift während der Digitalisierung auf ein Mass beschränkt (bleibt), das unter einer durchschnittlichen Benützung der Handschrift im Lesesaal oder während einer Ausstellung liegt" (22). Einzig das "vorsichtige Umblättern der Seiten - berührungsfrei und ohne mechanische Belastung" - gilt noch als Risiko (23)!