Standardisierung


Michael Düro: E-Government europaweit? Bericht vom CEN/ISSS MMI-DC Workshop

Nachrichten für Dokumentation (NfD). Zeitschrift für Informationswissenschaft und -praxis, 55 (2004), Nr. 8 (Dezember), S. 475 - 477

Rezensent Peter Toebak

Der Artikel wurde als Werkstattbericht des "Workshop on standardisation and co-operation issues related to interoperability between Government Information Programmes" des "CEN/ISSS MMI-DC Workshop on Metadata for Multimedia Information - Dublin Core" am 3. September 2004 in Saragossa verfasst. CEN steht für Comité Européen de Normalisation und ISSS für Information Society Standardization System. Der Autor schreibt, was besprochen wurde.

E-Government auf allen Verwaltungsebenen, d.h. auf kommunaler, regionaler, nationaler und vermehrt auch auf internationaler Ebene im EU-Verband, setzt unausweichlich die technische, logische (semantische) und organisatorische Abstimmung und Interoperabilität aller Partizipanten voraus. Der "Austausch von Daten für die Abwicklung alltäglicher Abläufe in unterschiedlichen Bereichen wird unerlässlich. (...). Es ergibt sich (...) ein Bedarf nach (...) vereinheitlichten Austauschformaten und Strukturierungsmöglichkeiten für diese Daten" (475). Eine gleiche Entwicklung sieht man im Bereich E-Business, wo ebenfalls alte und neue "Schnittstellen" und Standardisierungen zum Stande kommen (EDI, XML-Formate).

Das Europäische Komitee für Normung (CEN) begleitet die Entwicklung der Initiative eEurope und setzt mit Recht auf dem "allgemein anerkannten" Metadaten-Standard Dublin Core (DC). Dieser Standard ist zwar für Web-Ressourcen entwickelt worden, kann aber durchaus auch für übrige Informationsobjekte als grösster gemeinsamer Nenner bedeutungsvoll sein. Der Autor weist direkt und indirekt auf andere Aspekte, die für ein erfolgreiches E-Government wesentlich sind:

Der Autor endet seinen interessanten Beitrag (fast) mit dem Satz: "Schliesslich wurde auch für die Frage der Qualitätskontrolle damit geschlossen, dass dieses Thema zu einem späteren Zeitpunkt erneut auf der Tagesordnung zu finden sein wird" (477). Es wäre gut, er hätte dabei auch die Qualität der Records Management Prozesse im Auge. Die Qualität der Daten- und Unterlagen-Records und die Langzeitaufbewahrung der archivrelevanten Datenobjekte sind auf jeden Fall als wesentliche Elemente für den nachhaltigen Erfolg des E-Government anzusehen.