Ordnen und Erschliessen


Michael Diefenbacher: Neue Verzeichnungsmethoden im Stadtarchiv Nürnberg - Voice-Computing bei der Erfassung von Schriftgut

Der Archivar. Mitteilungsblatt für deutsches Archivwesen, 55 (2002), Heft 2 (Mai), S. 121 - 123

Rezensent Peter Toebak

Bauakten machen einen grossen und vielbenützten Teil eines kommunalen Archivbestands aus. Es handelt sich dabei um Einzelfallakten mit Korrespondenz, Plänen, Fotos, Finanzdaten usw., die aus bau- und architekturgeschichtlichen, wirtschafts-, umwelt-, familien-, gesellschafts- und kulturgeschichtlichen Gründen interessant sind. Die Digitalisierung von Findkarteien, die zu den Bauakten intellektuellen und physischen Zugang verleihen, erfolgt meist über Scannen und OCR-Verfahren. Handschriftliche Korrekturen und Nachträge sowie die unterschiedliche Anschlagsqualität der maschineschriftlich erstellten Karteikarten sind dennoch manchmal problematisch.

Im Stadtarchiv Nürnberg hat man es darum mittels Voice-Computing versucht. Die Technik der zu trainierenden Spracherkennung, des hinterlegten Referenz-Wortschatzes und der maschinelesbaren Text-Ausgabe haben sich offenbar gelohnt. Hohe Arbeitsleistung und Qualität des Inputs wurden erreicht. In 460 Mannstunden konnten 23.520 Einheiten erfasst werden, was mit mehr als 51 Karteikarten pro Arbeitsstunde gleichkommt. Die Fehlerquote war dabei relativ gering, weniger als 0,4 Prozent. Das ganze Projekt überstieg nicht den Kostenrahmen von DM 20'000.