Der Artikel präsentiert das "Metadaten-Core-Set", das für die fachübergreifende Suche und die Interoperabilität über ein gemeinsames Portal durch die (vorläufig) 14 Virtuellen Fachbibliotheken in Deutschland erarbeitet worden ist. Einbezogen sind alle in den verschiedenen Bibliotheken verteilt vorhandenen heterogenen Datenbestände zu Netzpublikationen (meist Textressourcen, aber zunehmend auch Multimedia-Ressourcen, Events und sogar Software-Programme), Printmedien usw. Das sogenannte "VLib Application Profile" basiert direkt auf den Vorgaben der Dublin Core Metadata Initiative, im Wissen, dass die Virtuellen Fachbibliotheken den Kernsatz von 15 Metadaten-Elementen und den zusätzlichen Qualifier-Satz oftmals bereits benützen und dass Konkordanzen für die Formate von Printmedien (MAB, MARC und PICA) bestehen.
Laut den Autoren beinhalten Metadaten-Formate entweder "Namespaces" oder "Application Profiles". Ein "Namespace" entspricht einem bestimmten Satz an Metadaten-Elementen, z.B. dem Dublin Core Metadata Element Set mit 15 Metadaten-Elementen. Ein "Namespace" ist formal-abstrakt. Für die konkrete Anwendung braucht es "Application Profiles", die zur faktischen Verzeichnung allenfalls Elemente mehrerer "Namespaces" übernehmen können. Weitere Metadaten-Elemente zur lokalen und fachspezifischen Differenzierung ("Refinements", "Encoding Schemes", auch administrative Metadaten) können ein gemeinsames Metadaten-Kernset ergänzen.
Die Metadaten-Elemente des "VLib Application Profile" werden sukzessive beschrieben, inklusive (teilweise) semantischer Definition, syntaktischer Beschreibung, Festlegung der Wiederholbarkeit und des Verpflichtungsgrads, best practice Empfehlungen. Es geht um die mittlerweile bekannten Elemente: title, subject, description, identifier, creator / publisher / contributor, type, date, format, source, language, relation, coverage, rights und country, wovon nur das letzte Element nicht im Metadaten-Satz von Dublin Core vorhanden ist. Leider sind die Beschriebe sehr knapp, ohne konkrete Beispiele. Ergänzend dazu gibt es aber die "Empfehlungen für ein Metadaten-Kernset für die Virtuelle Fachbibliothek" mit einer "Kurzfassung" (42).
Das Metadaten-Kernset ist mehrdimensional aufgebaut. Bei der Komplexität der Verschachtelung (Über-, Neben-, Untergliederungen) drängt sich die Anwendung einer Markup-Sprache wie XML auf, auch weil formale "Namespaces" dann einfach eingebunden werden können. Diesbezüglich besteht, wie auch bei anderen offenen Punkten, noch Klärungsbedarf.