Standardisierung


Inka Tappenbeck: Die Open Archives Initiative. Ein Bericht vom "Open Meeting" in Berlin

Bibliotheksdienst. Organ der Bundesvereinigung deutscher Bibliotheksverbände (BDB), 35 (2001), Heft 4 (April), S. 443 - 446

und

Inka Tappenbeck und Carola Wessel: CARMEN Content Analysis, Retrieval and Metadata: effective net-working. Ein Halbzeitbericht

Bibliotheksdienst. Organ der Bundesvereinigung deutscher Bibliotheksverbände (BDB), 35 (2001), Heft 4 (April), S. 447 - 452

Rezensent Peter Toebak

Die "Open Archives Initiative" (OAI) entwickelt Standards für den Zugriff auf Metadaten verschiedenster Art. Die Schnittstellendefinition zum "Metadata Harvest" zielt auf eine "low barrier interoperability". Dabei stellt sich heraus, dass die allgemeineren Metadaten gut auf dem Dublin Core Metadata Element Set basieren können. Obwohl dieser Metadatensatz weltweit (noch) nicht (ganz) einheitlich ist, wirkt er für die meisten spezifischeren Systeme doch als grösster gemeinsamer Nenner.

Die Qualität der Metadaten bestimmt die Qualität der Suchergebnisse für das Retrieval und die Verwaltung der Primärdokumente, ob diese nun organisationsintern oder auch extern auf dem Internet abgelegt werden. Das Projekt CARMEN befasst sich insbesondere mit der Interoperabilität, Authentizität und Referenzierbarkeit verteilter Datenbestände auf dem Internet. Folgende Themenbereiche stehen dabei im Vordergrund:

Das Hauptproblem bildet die inhaltliche, strukturelle und konzeptionelle Differenz der einzelnen Datenbestände. Organisation und Logik vor Technik heisst in diesem Kontext: Entwicklung von Heuristiken für die automatische Extraktion der Metadaten, von Autorenwerkzeugen zur Metadatenerzeugung und Workflows für die dezentrale Erstellung, sowie von Crosskonkordanzen zwischen den zugrundeliegenden Klassifikationen und Thesauri.

OAI, CARMEN und DC-Set werden auch für das (internationale) Archivwesen wachsende Bedeutung haben, wenn es wissenschaftliche Informationen auf optimale Weise interdisziplinär anbieten und vermittlen will. Die spezifischen Archiv- und Schriftgut-Metadaten behalten selbstverständlich ihr Gewicht, "crosswalks" und Transferkomponenten ermöglichen aber  die notwendige Interoperabilität über die Fachgrenzen hinweg.

Im Rahmen des CARMEN-Projekts finden noch mehr Forschungen mit Relevanz für das Archivwesen statt: z.B. bezüglich des Einsatzes digitaler Signaturen zur Gewährleistung der Authentizität von Dokumenten und der Entwicklung von Lösungsverfahren für die mangelnde Stabilität von URNs/URLs und anderen WWW-Adressen.

Der 2. Aufsatz ist ebenfalls im Bibliotheksdienst, Nr. 5 (Mai), leicht abgeändert erschienen (S. 566-572).