Über die Dublin Core-Metadaten sind im Bibliotheksdienst, sowie auch in den NFD, schon einige Beiträge erschienen (siehe am Schluss). Dieser Beitrag beschränkt sich auf Aspekte der Implementierung (Präzisierung, Probleme). Die Dublin Core-Metadaten versuchen mit recht viel Erfolg die Indexierung und das Retrieval gedruckter und digitaler Informationen international zu vereinheitlichen, wobei bewusst eine gewisse Freiheit zur Differenzierung offen gelassen wird. Die 15 Hauptbeschreibungselemente sind als kleinster gemeinsamer Nenner von Zugangspunkten zu verstehen und mit einer Vielzahl von Sub- und Unterelementen regionaler, lokaler und fachbezogener Art anwendbar.
Ein Spannungsfeld besteht zwischen denjenigen, welche die Metadaten nur für das Auffinden von Informationen anwenden wollen, und denjenigen, die auch Daten hinsichtlich Auswahl und Präzision der Recherchen liefern wollen. Dagegen ist jedermann davon überzeugt, dass administrative Metadaten (Verwaltungs- anstatt Nutzdaten) wegen ihrer lokalen Bedingtheit grundsätzlich nicht zum Dublin Core-Set gehören. Das primäre Ziel besteht darin, die Interoperabilität verschiedener Anwendungen, die auf einem Austausch von Metadaten beruhen, zu erleichtern. Neben systematisch-inhaltlichen Elementen spielen hier selbstverständlich auch technische Elemente eine Rolle. Die Einbettung der Dublin Core-Metadaten in HTML-Header wird in diesem Rahmen z.B. wichtig werden können.
Archivare und Schriftgutverwalter entwickeln zum Teil ihre eigenen fachbezogenen Metadaten, könnten aber methodisch und inhaltlich vom Dublin Core-Set sicher etwas lernen. So basieren die Erschliessung und Verwaltung von Informationen aufgrund der Dublin Core-Metadaten letztendlich auch auf pragmatischen Ausgangspunkten und Hilfsmitteln: Vorgabe nicht unendlich vieler Beschreibungsdaten, Kombination mit anderen Metadatenstrukturen (Klassifikationssysteme, Thesauri), Notwendigkeit von Regelwerken zur Übernahme einheitlicher Terminologien bei Vergabe von Metadaten (zum Beispiel über Auswahl- oder Wertelisten) und Anwendung von Erfassungsmasken.
Die unterschiedlichen Erschliessungssysteme bibliographischer, dokumentarischer und archivarischer Art sollten zudem miteinander über bestimmte Kriterien (Merkmale) wie Titel/Betreff, Autor/Ersteller usw. verknüpfbar sein. Für die Endbenutzer und Endbenutzerinnen werden dann "Brücken" zwischen den verschiedenen Informationsbeständen gebaut. Synergien werden erzielbar, obwohl "Einheit in Verschiedenheit", anders gesagt Flexibilität und fachlicher Tiefgang, möglich bleibt.
Siehe weiter Diann Rusch-Feja, "Erschliessung von Internet-Quellen durch Metadata. Ergebnisbericht des 2. DELOS-Workshop", Bibliotheksdienst, 30 (1996), Heft 12, S. 2023-2027; Volker Henze und Michael Schefczik, "Metadaten. Beziehungen zwischen Dublin Core Set, Warwick Framework und Datenformaten", Bibliotheksdienst, 31 (1997), Heft 3, S. 413-419; Diann Rusch-Feja, "Dublin Core Metadata. Auf dem Weg zur Entwicklung eines Internet-Standards - 4. Dublin Core Metadata Workshop in Canberra", Bibliotheksdienst, 31 (1997), Heft 4, S. 622-639; Diann Rusch-Feja, "Metadaten und Strukturierung elektronischer Informationen", NFD, 48 (1997), Nr. 5, S. 295-302.