"One-Person Librarians" sind in Deutschland wie überall keine Ausnahme. Es gibt sogar ein "OPL-Manifest" (Bibliotheksdienst, 31 (1997), Heft 12: "Das OPL-Manifest. One-Person Librarianship als Informationsberuf", S. 2281-2283).
Diesmal wird ein Fragebogen publiziert. Worauf muss der Bibliothekar oder die Bibliothekarin, die allein arbeitet, achten, damit er oder sie seine oder ihre Bibliothek mit Erfolg führt? Aktives, kompetentes und vielumfassendes Handeln wird verlangt. Der Kunde oder die Kundin muss im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen. Die (politischen) Entscheidungsträger und Manager der Trägerorganisation fordern ihrerseits zunehmend die Aufbereitung und Vermittlung unternehmens- oder verwaltungsbezogenes Wissens (Rolle im Wissensmanagement). "Inhalt" ist oft relevanter als "physische Form" und "Standort der Information". Fortbildung und berufliche Weiterentwicklung der "One-Person Librarians" sind selbstverständlich unerlässlich.
Das Archiv- und Schriftgutwesen kennt ebenfalls nur allzu gut das Phänomen, dass (fast) eine Person die Archiveinrichtung oder die Registraturabteilung betreibt. Für sie gelten dieselben Anforderungen und Herausforderungen bezüglich Informationsverwaltung und -vermittlung. Unterstützung der primären Arbeits- und Entscheidungsprozesse (ins Besonderen für die Schriftgutverwalter) oder aber Dienstleistungen an die breitere Öffentlichkeit und Kulturfunktion (vor allem für die Archivare) stehen auch bei ihnen zentral.
Siehe auch die zweite und dritte Folge des dreiteiligen Tests: Bibliotheksdienst, 32 (1998), Heft 2: "One-Person Librarians. Fragebogen zur Selbstanalyse - Teil 2", S. 291-295, und: Bibliotheksdienst, 32 (1998), Heft 3: "One-Person Librarians. Fragebogen zur Selbstanalyse - Teil 3", S. 495-499.
Das Thema OPL steht auch in einer Nummer von Arbido im Mittelpunkt (Jahrgang 17, 2002, Nr. 5 (Mai), S. 5-12). Es handelt sich um Ein-Personen-Bibliotheken, die bibliothekarische, aber oftmals auch dokumentarische Kompetenzen aufweisen. OPLs sind "Allrounder", die (wie Jürg Hagmann im Editorial schreibt, 3) Management, Informationsbeschaffung, Erschliessung, Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit in einer Person kombinieren müssen. Weil es natürlich genauso OPAs gibt (One-Person Archivists), enthält das Thema auch für das Archivwesen einige interessante Hinweise, insbesondere im Bericht der SVD-ASD-Arbeitstagung 2002 (11-12).