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Krankenhausarchive zeichnen sich durch ihre Vielfalt (Sach- und Personalakten, betriebswirtschaftliche Bestände, massenhafte Krankenaktenserien) und Umfang aus. Bewertung und Erschliessung sind gut vorstrukturierbar. Dass da immer wieder Probleme und Rückstände auftauchen, hat damit zu tun, dass das zuständige Personal quantitativ oft nicht ausreicht. Es hat ausserdem meist nicht die richtige, fachspezifische Ausbildung.
Informationsverwaltung und -vermittlung ist eine spezielle Disziplin, die mehr beinhaltet als Füllarbeit nebenbei. Datenschutz, ärztliche Schweigepflicht (Patientengeheimnis), rationelles Dokumentenmanagement und archivische Anbietepflicht erfordern alle eine klare, zum Teil kompromissbereite Vorgehensweise.
Inzwischen besteht eine Menge Fachliteratur zur Verwaltung, Erschliessung und Bewertung von Spitalschriftgut und Krankenakten (in der niederländischen Fachliteratur schon seit der Mitte der achtziger Jahre und jetzt auch auf deutsch). Die deutschen Artikel weisen darauf hin, dass eine genaue Analyse der vorhandenen Typen von Krankenunterlagen notwendig ist. Mit schwer nachprüfbaren Inkonsequenzen muss aber stets gerechnet werden. Kreativität bleibt bei den Bewertungsentscheiden auch dort angemessen, wo letztendlich der medizinische (klinische Forschung) sowie medizin- und allgemeingeschichtliche Quellenwert (historische und sozialwissenschaftliche Forschung) im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Kombinierte Auswahl- und Stichprobenverfahren können das erwähnte Massenproblem lösen helfen.
Die bekannte Fachliteratur behandelt bisher vor allem die retrospektive Bearbeitung von Altbeständen. Sie kann aber auch dabei unterstützen, neuanfallendes Schriftgut (auch elektronischer Art) prospektiv zu bewerten und strukturieren.