Die Autorinnen behandeln sehr praxisbezogen die Schadensursachen für Bibliotheks-, Archiv- und Schriftgut. Sie sprechen selber von "Grafik und Schriftgut" und zeigen auch gezielte Massnahmen vorbeugender Art in Magazin, Verwaltung und Benutzung auf. Welche Schäden sind denkbar? Es handelt sich um:
Einfache Ratschläge für den Alltag (übrigens nicht nur für kleine und mittlere Institute) beinhalten den sorgfältigen Umgang mit dem Material, was leider sogar in Institutionen mit Bewahrfunktion nicht immer und überall für sich selbst spricht. "Bücher (und Register) sollten (...) am Rücken gefasst und leicht angehoben aus dem Regal genommen werden" (11), also nicht am "Häubchen" gezogen werden. Statt des Kopierens eines Registers, wäre es besser zu Fotografieren. "Hier kann die Kamera nach dem Buch ausgerichtet werden und nicht umgekehrt" (11). Grundsätzlich sollte bei Ausstellungen überlegt werden, ob Originale gezeigt werden müssen oder ob auch eine Reproduktion genügen wird. Temperatur, Licht, Beleuchtung und Darstellungstechnik müssen im ersten Fall unbedingt berücksichtigt werden. Usw.
Wie vermeidet man Schäden durch UV-Licht? Auch diesbezüglich sind einfache Massnahmen unentbehrlich: durch das Benutzen von Archivschachteln, Licht löschen und dadurch, dass grundsätzlich kein Tageslicht in Magazinen eingelassen wird.
Welche Massnahmen sind im Katastrophenfall angesagt? Selbstverständlich haben in diesem Kontext bauliche Aspekte das grösste Gewicht, wobei vor allem die Bausubstanz des Magazins, die Feuersicherheit, das Fehlen von Wasser- und Abwasserrohren oder durchgehenden Elektrizitätsleitungen beachtet werden muss. Ein Kalamitätenplan (Drehbuch) in Absprache mit Feuerwehr und Zivilschutz, routinemässige Übungen des Personals für den Ernstfall dürfen ebenfalls nicht vergessen werden. Hierüber wurde bereits früher in Arbido (weniger praxisrelevant) publiziert: Susan Herion und Chantal Karli, "Plan für das Vorgehen im Katastrophenfall. Rettungs-Sofortmassnahmen nach Wasser- und Brandschaden", in: Arbido, 14 (1999), Nr. 1 (Januar), S. 10 - 13.