Im Artikel wird Schimmelpilzbefall in Bibliotheks- und Archivbeständen behandelt. Auf das Vorkommen und die Lebensbedingungen von Schimmelpilzen, auf die Gesundheitsrisiken für Mitarbeitenden und Benutzer und auf die Bekämpfung des Problems wird näher eingegangen.
Es gibt wahrscheinlich etwa 250.000 Schimmelpilzarten, wovon weniger als 200 Arten auf Bibliotheks- und Archivmaterial wachsen können. Sie lassen sich als Sporen nieder, entwickeln sich zu keimenden Zellen und "explodieren", wenn die Umstände sich dafür eignen. Cellulose im Papier, Collagen im Pergament und Stärke im Kleber werden als organische Stoffe zersetzt, wobei die Bücher und Bände zerfallen.
Bestimmte Umweltbedingungen sind besonders günstig, dass die Sporen (die überall vorkommen und sich über viele hundert Kilometer verteilen können) auskeimen können. Im Durchschnitt "lassen sich 95% der schimmelpilzbefallenen Bücher mit Hilfe von einfachen Massnahmen erfolgreich behandeln" (58). Vorbeugende Massnahmen erzielen denn auch das beste Ergebnis:
Vorsorgemassnahmen, damit die Gefährdung von Mitarbeitenden und Benutzenden minimiert werden kann, werden aufgezeigt. Die Oberflächenreinigungen der Schriftstücke und Objekte sind sehr wirkungsvoll, dürfen aber nur unter geeigneten Absaugvorrichtungen stattfinden.
Chemische (mit Ethylenoxid und o-Phenylphenol) und physikalische (Gammastrahlung) Behandlungen müssen nur als Notmassnahmen ergriffen werden. Sie unterliegen oftmals immer noch Unsicherheiten und Unklarheiten. Diese Massnahmen erübrigen im Normalfall auch nicht eine arbeitsintensive nachträgliche Reinigung der Objekte Seite für Seite unter einer reinen Werkbank. "Generell gilt, dass verschmutztes Bibliotheksgut anfälliger für Schimmelpilze oder für Schädlingsbefall ist als sauberes" (58).