Konventionelle Pergament- und Papierrestaurierung beruht auf mechanischen Schabe-, Kratz-, Radiergummi- und Lösungsmittelmethoden. Diese Methoden haben sich zwar bewährt, weisen doch auch unvermeidliche Nachteile und Risiken auf. Der Einsatz von Alkohol und Wasser kann beispielsweise zur Hydrolyse der Kollagenbindungen führen (Abbau der Proteinmoleküle und Aufbau von Gelatine) und Radiergummi kann leicht mechanischen Schaden auslösen. Pressen ändert oft den optischen Eindruck der Pergamentoberfläche. Usw.
Laser-Cleaning-Techniken an Pergamenten und Papieren werden jetzt erforscht und entwickelt im Rahmen eines europäischen Programms. Dies heisst die kontaktlose, trockene Reinigung im Mikrobereich von Schmutz und Fremdstoffen durch Laserstrahlung, ohne das Grundmaterial zu verändern oder abzutragen. Bei Pergament und Vellum weisen die erprobten Tests bisher bessere Ergebnisse als bei Papier auf. Obwohl die Papierstruktur (aus 1868) intakt blieb, wurden die optisch dichten Druckbuchstaben neben den Leimflecken ebenfalls entfernt.
Das Verfahren steht also noch nicht ausser allem Zweifel. Deswegen ist es gut, dass Restauratoren, Kunsthistoriker, Archivare und Bibliothekare zusammen "die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen" dieser neuen Technik ausfindich machen.