Mikroverfilmung und elektronische Archivierung


Petra Heine und Jürgen Bacia: Zeitschriften aus alternativen Bewegungen. Ein Verfilmungsprojekt des Archivs für Alternatives Schrifttum und der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Bibliotheksdienst. Organ der Bundesvereinigung deutscher Bibliotheksverbände (BDB), 31 (1997), Heft 11 (November), S. 2118 - 2121

Rezensent Peter Toebak

Es ist eine Tatsache, dass die Publikationen von Studenten-, Frauen-, Friedens-, Ökologie-, Bürger- und anderen politischen Bewegungen seit den fünfziger Jahren auf schlechtem Papier gedruckt sind. Meist werden sie von den Bibliotheken und Archiven auch stiefmütterlich behandelt. Doch enthalten sie, komplementär zu den behördlichen Beständen und Sammlungen, wichtiges historisches Material, umso mehr da - um mit den Wörtern vom Staatsarchivdirektor beim nordrhein-westfalischen Hauptstaatsarchiv Peter Dohms zu sprechen - "der Aussagewert behördlicher Unterlagen geradezu umgekehrt reziprok zu ihrer Masse" sein kann.

Alternatives Schriftgut in "Bewegungsarchiven" bleibt darum sammlungswürdig. Nur die Verfilmung und/oder Digitalisierung vollständiger Bestände (Reihenfolgen, Serien) kann im Rahmen der Bestandeserhaltung und Vermittlung eine ausreichende und dauerhafte Lösung bringen. Zeitaufwendige bibliographische Recherchen im Voraus sind hierbei unausweichlich. Auch Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Privatbesitzern mit ihren oft lückenhaften, disparaten Sammlungen ist gefragt. Die weitere inhaltliche Erschliessung online, per Datenbank und im Volltext, könnte ein nächster Schritt sein.