Mikroverfilmung und elektronische Archivierung
Marianne Englert: Zeitungen verzeichnen und nutzen
Der Archivar. Mitteilungsblatt für deutsches Archivwesen, 53 (2000), Heft 3
(Juli), S. 262 - 265
Die Autorin bespricht auf kompetente und ausführliche Weise die Publikation:
Hans Bohrmann und Wilbert Ubbens (Hrg.), Aktuelle Ansätze und Unternehmungen
zur bibliographischen und archivalischen Beschreibung und Nutzung
deutschsprachiger Zeitungen (Berlin, 1998) (Informationsmittel für
Bibliotheken, Beiheft 7). Folgende, meist wörtlich übernommene Bemerkungen
haben für die Praxis sicherlich Gewicht:
- Ein (kleiner) Teil des Pressematerials sollte nicht nur auf Mikrofilm,
sondern auch im Original aufbewahrt werden.
- Die Herstellung der Mikrofilme muss unter Fachaufsicht der
Bewahrinstitutionen geschehen, mindestens sind nachträgliche,
kontinuierliche und dichte Qualitätskontrollen der extern hergestellten
Mikrofilme notwendig (allenfalls unter Einbeziehung der Archivbenutzer).
- Der Mikrofilm bleibt fürs erste ein konkurrenzfähiges Medium für die
kostengünstige Speicherung und dauerhafte Aufbewahrung von Dokumenten. Bei
einem Aufnahmepreis von 0,20 DM und einem Rollenpreis von 24 DM für den
Arbeitsfilm kostet ein durchschnittliches Bestandsjahr einer Zeitungsausgabe
rund 244 DM, inkl. Mwst. Für die Einhaltung einheitlicher technischer
Standards bietet die DIN-Norm 19057 den Rahmen.
- (Retrospektive) Digitalisierung ist vor allem für die Benützung und
Vermittlung relevant. Eine rasch zusammengeführte Datenbank ist für die Entwicklung einer wissenschaftlichen Zeitungsbibliographie
eher hinderlich als nützlich. Die bibliographische Erfassung muss nach gemeinsam
verabredeten Grundprinzipien erfolgen. Fachaufsicht ist auch hier wesentlich.
- Das Urheberrecht darf insbesondere bei der Digitalisierung von
Pressetexten nicht vernachlässigt werden, es schränkt die öffentliche
Nutzung ein und verlangt zunehmend Beachtung.
- Regionale und nationale Koordination ist unerlässlich. Während EROMM
(European Register of Microform Masters) das internationale Instrument zum
Nachweis vorhandener Master-Mikrofilme ist, sind bisher die
Zeitungsverfilmungen hierin nicht integriert worden.